Herbsttagung 2000

Akustik jenseits des dB


bis

Ort: Hochschule für Technik und Architektur, Chur

Die Herbsttagung 2000 der SGA fand in der Hochschule für Technik und Architektur in Chur statt. Mehr als achtzig Mitglieder nahmen daran teil.

Die Vorträge zeichneten sich durch ihren Praxisbezug aus. Abstrakte Formeln traten gegenüber anschaulichen Erklärungen und pragmatischen Hinweisen in den Hintergrund.

Thomas Meloni (BUWAL) orientierte kompetent über den Stand der Verordnung über Erschütterungen. Karl Baschnagel (Empa) zeigte auf, wie beim Suchen von leisen Tönen (Geistertönen) systematisch vorgegangen werden kann. Äusserst lebendig waren die Ausführungen von Carsten Ruhe. Er stellte die raumakustischen Massnahmen vor, welche Gehörbehinderten im Alltag helfen, besser zu verstehen. Erstaunlich, dass oft ganz einfache Dinge Gehörbehinderten eine grosse Hilfe sein können. Allerdings müssen diese Massnahmen rechtzeitig geplant werden. Der Vortrag wurde mit der Demonstration einer Induktionsschleife zum Mithören mit Hörgeräten ergänzt. Diese war freundlicherweise von David Norman installiert worden. Das Abendprogramm begann auf dem Martinsturm in der Churer Altstadt. In luftiger Höhe konnte anlässlich eines Apéros den äusserst humorvollen und geistreichen Ausführungen des Churers Stadtschreibers gefolgt werden. Die gute Stimmung war auch beim anschliessenden gemeinsamen Abendessen spür-und hörbar.

Der Freitag begann mit einem äusserst interessanten Referat der drei Bündner Architekten Andreas Deplazes, Andreas Hagmann und Christian Wagner. Einerseits begeisterten die Ausführungen der Referenten bezüglich Architektur und Ästhetik, andererseits wurde man als Akustiker den Eindruck nicht los, dass die akustische Atmosphäre resp. Ästhetik für die Gestaltung von Räumen eine sehr untergeordnete Rolle spiele. Es scheint schwierig, unsere diesbezüglichen Anliegen den Architekten so zu vermitteln, dass sie auch wirklich in die Entwurfsarbeit einfliessen.

Nach der Hauptversammlung beleuchtete Herr Probst vom Universitätsspital Basel viele wissenswerte Aspekte unseres Gehörs. Das klar aufgebaute und gut verständliche Referat informierte auch über neueste Trends in Früherkennung und Behandlung von Gehörschäden. Abgeschlossen wurde die Tagung mit einem Überblick über die bauakustischen Vergleichsmessungen, welche unter dem Patronat der SGA an der Empa durchgeführt wurden. Die Herren Emrich und Stupp präsentierten die Resultate und wiesen auf die häufigsten Fehler hin.